130 Jahre Ringkampfsport in Dessau – eine Ringerfamilie feierte ihre Geschichte
Dessau-Roßlau. Mit einem großen Sommerfest hat der 1. Dessauer Ringerclub e. V. am Samstag, 19. September 2026, das 130-jährige Bestehen des Ringkampfsports in Dessau gefeiert. Im Ringerzentrum kamen ehemalige und aktive Sportler, Trainer, Vereinsmitglieder, Unterstützer sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand die Geschichte des Dessauer Ringkampfsports, seine sportlichen Erfolge und die Menschen, die ihn über Generationen geprägt haben.
„130 Jahre Ringkampfsport in Dessau – das sind nicht nur Meisterschaften und Medaillen. Es sind 130 Jahre voller Menschen, Leidenschaft und Zusammenhalt. Genau das macht unsere Dessauer Ringerfamilie aus.“ Thomas Passek, Vereinsvorsitzender 1. DRC e. V.
Eine Zeitreise durch 130 Jahre
Die Geschichte des Ringkampfsports in Dessau begann 1896 mit dem Verein „Dessau 96“. Was damals seinen Anfang nahm, entwickelte sich über viele Jahrzehnte zu einer festen Größe im Dessauer Sport. Generationen von Ringern, Trainern und Ehrenamtlichen schrieben diese Geschichte fort und sorgten immer wieder für sportliche Höhepunkte.
Eine besonders erfolgreiche Epoche begann mit Motor Dessau. Von 1971 bis 1974 wurde die Mannschaft viermal in Folge DDR-Mannschaftsmeister und 1974 in das Ehrenbuch der Stadt Dessau aufgenommen. Mit dem Aufstieg in die DDR-Liga 1978 und dem Sprung in die DDR-Oberliga 1981 setzte die Mannschaft weitere Meilensteine.
Diese Erfolge waren eng mit Sportlern verbunden, die den Ringkampfsport in Dessau über Jahre prägten. Dazu gehörten unter anderem Manfred Mühle, Lutz Neundorf, Peter Nowak, Rainer Umlauf, Tilo Frisch, Hartmut Baum, Mario Weber, Peter Heißler, Detlef Förster, Hartmut Griebsch, Günther Kaplik, Frank Büttner und Stefan Göhler. Auch im Nachwuchs wurden die Grundlagen für die nächste Generation gelegt, unter anderem mit Jens Girlich, Jörg Brugger sowie Marco und Maik Teller.
Über die Mannschaftserfolge hinaus brachten einzelne Dessauer Ringer den Namen der Stadt auch auf internationale Matten. Lothar Schneider nahm an zwei Olympischen Spielen teil und gewann 1965 WM-Bronze. Tilo Frisch errang 24 Goldmedaillen bei Deutschen Meisterschaften und wurde zweimal Veteranen-Weltmeister.
Die Geschichte blieb auch nach den großen Erfolgen von Motor Dessau lebendig. Viele Sportler und Weggefährten führten die Tradition weiter und gaben ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter. Beim Jubiläum wurde deshalb auch an diejenigen erinnert, die heute nicht mehr dabei sein können.
Heute und morgen
Diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zeigt sich auch in den aktuellen Erfolgen. Nach 15 Jahren ohne Medaille bei Deutschen Meisterschaften gelang Nick Fathke 2025 wieder ein solcher Erfolg für den Dessauer Ringkampfsport. Maik-Pascal Wohlfahrt gewann Silber bei einem internationalen Jugendturnier in Monaco, Ivan Holovenko Gold bei den German Masters.
Auch bei den Veteranen wird die Tradition fortgesetzt. Bei der Weltmeisterschaft 2025 in Tatabánya verpasste Swen Nickel in der Altersklasse E bis 78 Kilogramm im griechisch-römischen Stil unter 22 Teilnehmern nur knapp eine Medaille.
Gleichzeitig arbeitet der Verein daran, die Geschichte mit einer neuen Generation fortzuschreiben. Mohammad Hasanzodeh, Boris Kozkukharov, Mechdi Khalimov, Leo Awzin und Mokhmad-Ami Khalimov stehen stellvertretend für den Nachwuchs. Die kontinuierliche Nachwuchsarbeit wird unter anderem von Antje und Jens Jakubowski, Olaf Langrock, Ivan Holovenko und Askab Kalimov getragen.
Auch die Bedingungen dafür wurden in den vergangenen Jahren verbessert. Im Ringerzentrum wurden über die vergangenen 20 Jahre mehr als 100.000 Euro investiert – unter anderem in Fenster und Türen, LED-Beleuchtung, Sanitäranlagen und die Trainingsausstattung. 2024 kam eine neue Ringermatte hinzu.
Ehrungen und Dank
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden Menschen ausgezeichnet, die sich über viele Jahre um den Verein verdient gemacht haben.
Winnfried Gehrke wurde zum Ehrenvorsitzenden des 1. Dessauer Ringerclub e. V. ernannt. Hans-Dieter Klymant erhielt die Ernennung zum Ehrenmitglied des 1. Dessauer Ringerclub e. V.

Mechdi Khalimov, Mokhmad Khalimov und Mohammad Hasanzodeh wurden mit der Ehrennadel in Bronze des Stadtsportbundes Dessau-Roßlau e. V. für ihre Leistungen im Training und bei Wettkämpfen ausgezeichnet.
Eine besondere Überraschung hatte auch Andrea Kutzer, stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportbundes Dessau-Roßlau e. V., im Gepäck: Anlässlich des 130-jährigen Jubiläums überreichte sie dem 1. DRC e. V. eine Spende und würdigte damit die langjährige Arbeit und das Engagement des Vereins für den Ringkampfsport in Dessau.
„Mein Dank gilt allen, die unseren Verein über viele Jahre getragen haben – unseren Ehrenamtlichen, Trainern, Übungsleitern, Kampfrichtern, Vorstandsmitgliedern und Helfern. Ebenso danke ich ihren Familien und Partnern sowie unseren langjährigen Unterstützern und Sponsoren. Sie alle tragen dazu bei, dass die Geschichte des Ringkampfsports in Dessau weitergeschrieben werden kann.“
Thomas Passek, Vereinsvorsitzender 1. DRC e. V.
130 Jahre Ringkampfsport in Dessau – eine Geschichte, die 1896 begann, von Generation zu Generation weitergegeben wurde und bis heute auf der Matte lebendig ist.

