Von Tim Walther und Christoph Krumrey
Lange war es ruhig um das Team der Regionalliga-Ringer des AC Germania Artern. Doch diese Ruhe täuscht. Während es rund um die Mannschaft etwas stiller geworden war, liefen die Vorbereitungen hinter den Kulissen längst auf Hochtouren. Seit dem Jahreswechsel arbeiten die Germanen intensiv an ihrer Form, sammelten Wettkampfpraxis bei Landesmeisterschaften und Mitteldeutschen Meisterschaften und bereiteten sich auf eine neue Saison vor, die so anspruchsvoll werden dürfte wie kaum eine zuvor.
Nun ist es nicht mehr weit: Am 22.08.2026 fällt der Startschuss für die Regionalligasaison 2026 – und gleich zum Auftakt wartet auf den AC Germania Artern ein echter Härtetest. Mit der Bundesligareserve des FC Erzgebirge Aue kommt ein Gegner nach Artern, der über einen hochkarätig besetzten Kader verfügt und schwer einzuschätzen sein wird. Da die Bundesliga erst später in die neue Saison startet, können die Sachsen voraussichtlich auf viele ihrer Leistungsträger zurückgreifen. In nahezu jeder Gewichtsklasse verfügen die Gäste über starke Ringer. Sollte das Wetter mitspielen, wird dieses besondere Duell auf der Freilichtbühne stattfinden. Ringen unter freiem Himmel – ein Erlebnis, auf das sich nicht nur die Zuschauer und die Arterner Ringer freuen, sondern auch die Sportler aus Aue.
Ein Blick zurück auf die vergangene Saison zeigt: Der AC Germania Artern hat sich in der Regionalliga etabliert. Mit Platz sechs erreichten die Grün-Gelben ihr Minimalziel und konnten gleichzeitig ihre positive Entwicklung bestätigen. In einer der stärksten Regionalligen der vergangenen Jahre standen am Ende zehn Niederlagen sechs Siege gegenüber. Damit gelangen den Arternern zwei Erfolge mehr als noch in der Saison zuvor. Diese Entwicklung zeigt, dass das Trainerteam um André Günther in den vergangenen Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Sowohl in der Saisonvorbereitung als auch bei der Zusammenstellung des Kaders wurde gute Arbeit geleistet. Nach dem Aufstieg vor zwei Jahren ist es gelungen, sich in der Liga festzusetzen und wieder eine feste Größe in der Regionalliga zu werden. Die Germanen sind längst kein Außenseiter mehr, sondern eine Mannschaft, die auch den großen Teams der Liga immer wieder ein Bein stellen kann.
Diesen Weg will der Verein in der Saison 2026 fortsetzen. Das Ziel ist klar formuliert: Ein Platz im Mittelfeld mit einer ausgeglichenen Kampfbilanz zwischen Siegen und Niederlagen soll am Ende zu Buche stehen. Dass diese Aufgabe alles andere als einfach wird, zeigt bereits ein Blick auf das Teilnehmerfeld. Aus der Bundesliga kommt die KG Lübtheen aus Mecklenburg-Vorpommern. Der RC Germania Potsdam vertritt Brandenburg. Die fünf Teams aus Sachsen sind: AC 1897 Werdau, RV Thalheim, FC Erzgebirge Aue 2, WKG Pausa/Plauen und WKG Markneukirchen/Gelenau. Der RV Hannover vertritt Niedersachsen.
Der Kader des AC Germania Artern präsentiert sich zur neuen Saison breiter als im vergangenen Jahr. Eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Haudegen soll erneut den Unterschied machen. Besonders wichtig für die Verantwortlichen: Alle Leistungsträger konnten gehalten werden. Nennenswerte Abgänge gibt es nicht zu verzeichnen. Trotz einzelner Namen und möglicher Leistungsträger bleibt beim AC Germania Artern eine Botschaft besonders wichtig: Die Mannschaft ist der Star. Nicht ein einzelner Ringer steht im Mittelpunkt, sondern der Zusammenhalt des gesamten Teams. Gerade in schwierigen Phasen der vergangenen Jahre hat sich gezeigt, dass die Stärke der Germanen in der Gemeinschaft liegt. Jeder einzelne übernimmt Verantwortung und jeder einzelne trägt seinen Teil zum Erfolg bei.
Trainer André Günther blickt entsprechend optimistisch auf die neue Saison: „Ich freue mich riesig, dass wir unseren Kader für die neue Saison mit vielen jungen und talentierten Ringern verstärken konnten. Gleichzeitig ist es uns gelungen, auch erfahrene Sportler für den AC Germania zu begeistern. Diese Mischung aus jugendlicher Energie, Ehrgeiz und Erfahrung macht uns noch stärker und vielseitiger als in der vergangenen Saison.“ Weiter erklärt der Trainer: „Wir sind breiter aufgestellt, haben mehr Möglichkeiten und wollen unseren Gegnern zeigen, dass mit den Grün-Gelben aus Artern jederzeit zu rechnen ist. Der Ringkampf wird zwar auf der Matte von jedem Einzelnen entschieden, aber unsere Stärke war schon immer der Zusammenhalt als Mannschaft. Wir stehen füreinander ein, pushen uns gegenseitig und kämpfen gemeinsam für unser Ziel.“
Die neue Regionalligasaison verspricht Spannung pur. Neun Mannschaften kämpfen an 16 Kampftagen um Punkte und Platzierungen. Durch die Neustrukturierung der ersten Bundesliga und den Wegfall der zweiten Bundesliga hat die Regionalliga Mitteldeutschland nochmals deutlich an Qualität gewonnen. Viele internationale Talente aus Polen und Tschechien sowie junge deutsche Nachwuchsringer sorgen für ein hohes Niveau. Gleichzeitig sind zahlreiche Sportler aus höheren Ligen in die Regionalliga gerückt. Damit ist die Klasse inzwischen die zweithöchste Liga im deutschen Ringkampf – direkt hinter der Bundesliga.
Der LRV SAH wünsch dem AC Germania Artern viele siegreiche Kämpfe, verletzungsfreie Begegnungen und ein allzeit volles Haus bei den Heimkämpfen.


