Arterner Tim Walther wird deutscher Vizemeister der A-Jugend

Der 17-jährige Ringer vom AC Germania Artern wird bei der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend in Köln-Mühlheim im freien Stil sensationell Zweiter.

Der erste Gedanke galt der eigenen Enttäuschung. Nach zwei Tagen voller Selbstvertrauen, Siegeswillen und vor allem voller Glücksmomente blieb Tim Walther der ganz, ganz große Wurf verwehrt. Im Finale der deutschen Meisterschaft in der A-Jugend unterlag der Ringer vom AC Germania Artern seinem bayerischen Gegner Simon Einsle vom TSV Westendorf nach Punkten.

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„Er war taktisch einfach besser“, gab Walther nach dem Kampf zu. Die erste Runde ging beim 1:1 an Einsle, weil er die letzte Wertung holte. In der zweiten Runde siegte der Bayer dann deutlich 7:1 und setzte sich in der Gewichtsklasse bis 58 Kilogramm die Krone auf. Dem Arterner, der vor einem Monat 17 Jahre jung geworden ist, blieb „nur“ der zweite Platz.

Es ist aber ein Vizetitel, mit dem wohl keiner beim AC Germania gerechnet hätte. Entsprechend stolz waren auch die Trainer Gerhard Günther und Stephan Grimm, die ebenfalls mit in Köln-Mühlheim waren und ihre Schützlinge bei dem dreitägigen Championat unterstützten. Von zu Hause aus drückten die restlichen Germanen sowie Familie und Freunde die Daumen.

Und Walther schaffte es, mit seinen starken Leistungen eine riesige Euphorie in Artern zu entfachen. Über Facebook, SMS und Anrufe immer bestens informiert, fieberten die Unstrutstädter mit ihrem „Waldi“ mit. Der hatte am Freitag etwas Losglück, konnte den Bayern Christoph Rippl (TSV Burgebrach) technisch überlegen (6:0, 7:0) bezwingen. Auch am Samstag setzte sich die Siegesserie fort. Mit drei Schultersiegen über Rene Wenigmann (RC Hürth), Robin Hezel (AV Sulgen) und den Saarländer Moritz Paulus (KV Riegelsberg) stand Walther kurz vor dem Finaleinzug, den er mit dem Sieg über den Hessen Nico Weiss (SC Großostheim) durch technische Überlegenheit auch tatsächlich schaffte. Nach einer ganz gewiss unruhigen Nacht verlor er dann gestern Mittag das Finale.

„Deutscher Vizemeister. Das kann nicht jeder von sich sagen“, münzte der 17-Jährige dann während der Heimfahrt am gestrigen Nachmittag die Enttäuschung in Zufriedenheit um. „Ich habe im Vorfeld nicht damit gerechnet. Eine Medaille wollte ich ja schon immer. Das war auch dieses Mal das Ziel. Ich wollte sie aber mehr als früher“, so Walther. Bei seinen bisherigen fünf Teilnahmen an deutschen Meisterschaften stand ein fünfter Platz als größter Karriere-Erfolg. Den hat er nun getoppt. Die SMS durch Tanten und Onkel mit Glückwünschen nach dem Kampf waren wohl nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt.

„Eine Überraschungsparty? Das könnte passieren“, freute sich Walther am gestrigen Nachmittag vor der Rückkehr nach Artern. Und auch am Sömmerdaer Gymnasium, das der Elftklässler besucht, wird heute, am ersten Tag nach den Winterferien, sicher ein wenig gefeiert.

Nicht ganz so viel Grund zur Freude hatten die beiden weiteren Meisterschafts-Starter vom ACG. Nick Ratayczak (76 kg) verlor seinen ersten Kampf gegen den Hessen Sebastian Krist technisch unterlegen. Dem Sieg über Marvin Aliov nach Punkten folgte eine Niederlage auf Schulter gegen den späteren deutschen Meister Johann Chris Steinforth aus Leipzig. Ratayczak wurde 13.

Alexander Gilewitsch (69 kg) kam am Ende auf Rang elf. Er musste sich nach einem Schultersieg gegen den Niedersachsen Enrico Humann dem Hessen Nicolas Geßler (technisch unterlegen) und dem Nürnberger Berkan Berkil (nach Punkten) geschlagen geben.

Weitere LRV-Platzierungen

Karan Mosebach (Magdeburg): 3. Platz (Griechisch Römisch)
Dominik Klann (Eisleben): 4. Platz
Robin König (Dessau): 5. Platz

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