Aus der Traum, keine WM-Medaille für Steve Brylla

Allein die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft bleibt für viele Sportler ein unerfüllter Traum. Steve Brylla vom AC Germania Artern konnte sich diesen Traum bei der UWW-Veteranen-Weltmeisterschaft im georgischen Tiflis am Wochenende erfüllen. Gut vorbereitet und motiviert bis in die Zehenspitzen machte sich Brylla bereits Mitte letzter Woche auf den Weg nach Tiflis.

Nachdem die ersten Eindrücke von den Titelkämpfen gesammelt wurden, blieb natürlich auch noch ein wenig Zeit die georgische Hauptstadt zu erkunden. „Es ist immer wieder schön auf solchen Wettkampfreisen auch die kulturellen Highlights sowie Land und Leute kennenzulernen.“ erklärt der 35-jährige. Besonders angetan war der zweifache Familienvater dann aber von der Stimmung in der 11000 Zuschauer fassenden Wettkampfarena. „Die Stimmung war einfach unglaublich, die Arena in Tiflis war absolut WM würdig.“ Brylla qualifizierte sich im Ende Mai mit dem Deutschen-Vizemeistertitel bei den Veteranen der Altersklasse A (35-40 Jahre) für die Titelkämpfe in Georgien. In der Gewichtsklasse bis 70kg im freien Stil hatte er es dann mit 16 Athleten zu tun.

Direkt im ersten Kampf wurde ihm ein ganz harter Brocken zugelost. Der Amerikaner Gralan Radell Early Jr. galt bei vielen als Mitfavorit in dieser Klasse und genau so legte er auch los. Bereits nach einer Minute ging der er in Führung. Brylla wirkte unkonzentriert und lies sich zweimal in der Mattenzone rausschieben. Im weiteren Verlauf fand der Arterner dann immer besser in den Kampf und konnte selbst punkten. Beim Versuch im Bodenkampf seine Spezialtechnik anzusetzen griff sein Gegner aber mehrfach in die Finger, wurde dafür aber nicht wie üblich verwarnt. Beim Punktstand 2:4 musste Brylla dann kurz vor Kampfende nochmal volles Risiko gehen. Nach einem blitzschnellen Beinangriff sah alles nach dem Ausgleich aus. Das hätte aufgrund der letzten Wertung auch den Sieg gebracht aber der Amerikaner kämpfte die Situation besser aus und sicherte sich seinerseits die gewinnbringenden letzten Punkte.

Um weiter ins Turnier eingreifen zu können musste der Amerikaner nun das Finale erreichen. Nach einer Niederlage im 1/4-Finale war dann der Traum einer WM-Medaille für Brylla ausgeträumt. Der Amerikaner sicherte sich am Ende Bronze. „Natürlich ärgere ich mich über diese unnötige Niederlage. Ich denke der Kampf war trotz der deutlich erscheinenden Niederlage auf Augenhöhe und mit etwas Glück hätte es auch genau andersrum ausgehen können.“ Wer Steve Brylla aber kennt weiß, dass ihm auch solche Niederlagen weiter motivieren und er sein Ziel nicht aus den Augen verlieren wird.

Für den RSV Frankfurt/Oder wird er mit seinem Zweitstartrecht bereits in den kommenden Wochen wieder in der Regionalliga auf die Matte gehen und nächstes Jahr ist ja auch wieder eine Veteranen-Weltmeisterschaft.

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