5. Dezember 2021

Ringer-EM in Finnland mit neuen Gewichtsklassen

Bericht: Jörg Richter (DRB-Pressereferent)

Helsinki – Nach den Reformen des vergangenen Jahres, werden die anstehenden Europameisterschaften der Ringer mit neuen Gewichtsklassen ausgetragen. Die Freistilringer, Frauen und Griechisch-Römisch-Spezialisten werden nunmehr in 8 Gewichtskategorien die kontinentalen Meister 2014 ermitteln, 6 olympische – und zwei nichtolymische Kategorien stehen ab Dienstag auf dem Wettkampfplan.

Bedingt durch den drohenden Olympiaausschluss vom Februar 2013, setzte der neu gewählte Präsident des Ringer-Weltverbandes FILA, Nenad Lalowic (Serbien) zahlreiche Reformen durch, zu denen vor allem die Aufstockung der olympischen Frauen-Gewichtsklassen von vier auf sechs Kategorien zählt. Die Männer müssen hingegen in beiden Stilarten auf eine weitere olympische Gewichtsklasse verzichten. Frauenpower in der einstigen Männerdomäne, denn damit treten in Rio 2016 die Frauen, sowie die Männer in beiden Stilarten mit jeweils 6 Gewichtsklassen an. Bei Europa- und Weltmeisterschaften starten die Ringer jedoch mit zwei weiteren Kategorien, die als nichtolympische Gewichtsklassen zählen.
„Zudem wurden bei den beiden Stilarten der Männer die Gewichtskategorien unterschiedlich eingeteilt, um eine klare Abgrenzung zu erreichen, dass soll laut Lalovic auch mit unterschiedlichen Gewichtsklassen und Regeln dokumentiert werden“, so DRB-Kampfrichterreferent Antonio Silvestri, der zugleich als FILA-Instrukteur an den Reformen mitgewirkt hat.

Freistil: 57, 61, 65, 70, 74, 86, 97 und 125 kg
Frauen: 48, 53, 55, 58, 60, 63, 69 und 75 kg
Griechisch-römischer Stil: 59, 66, 71, 75, 80, 85, 98 und 130 kg

„Große Umstellungsprobleme hatte wir nicht, im Gegenteil, durch die neuen Gewichtsklassen ergaben sich für uns einige gute Möglichkeiten, die Teams entsprechend zu besetzen“, so DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis.

Die jüngste Mannschaft seit der Wiedervereinigung der beiden, deutschen Verbände schickt Freistil-Bundestrainer Sven Thiele mit einem Altersdurchschnitt von 24,5 Jahren auf die finnischen Ringermatten. Nachdem die beiden letzten Medaillengewinner Tim Schleicher (EM-Bronze 2013) und Saba Bolaghi (EM-Bronze 2011) ihre internationale Laufbahn beendeten und Marcel Ewald (SV Weingarten) verletzungsbedingt nicht antreten kann, griff Thiele auf erfolgreiche Nachwuchsringer wie Manuel Wolfer (20/RG Hausen-Zell) und Alexander Semisorov (21/RV Rümmingen) zurück, wobei Manuel Wolfer auch schon Bronze bei der Junioren-WM 2012 gewann und Semisorow sich 2013 bei den Deutschen Meisterschaften der Männer in Unterföhring Gold sicherte.

Auch der Bundestrainer im griechisch-römischen Stil, Michael Carl schickt mit Deniz Menekse (SV Joh. Nürnberg), Matthias Maasch (SV Wacker Burghausen) und Jan Rotter (SV Triberg) junge EM-Debütanten ins Rennen. Dagegen ist Frank Stäbler (66 kg/TSV Musberg) als Europameister von 2012 und WM-Dritter des Vorjahres schlichtweg das Aushängeschild des Deutschen Ringer- Verbandes.
Nachdem Ramsin Azizsir (85 kg/ASV Hof) am vergangenen Donnerstag am Meniskus operiert werden musste, wird Routinier Jan Fischer (KSV Köllerbach) die deutschen Farben in dieser Kategorie vertreten.

Große Hoffnungen lasten auf den Schultern der Frauen- und hier vor allem auf jenen von Aline Focken (KSV Krefeld), die bei den letzten, großen Wettkämpfen in Bulgarien und Schweden Tuniersiegerin wurde. Frauen-Bundestrainer Patrick Loes setzt dabei auf die jungen Damen, mit denen im Vorjahr der Neubeginn mit Blick auf Rio 2016 gewagt wurde.

Den Anspruch, in jeder der beiden Männerstilarten, sowie bei den Frauen jeweils eine Medaille zu erreichen, will DRB-Präsident Manfred Werner nicht aufrecht erhalten; „… bei den Frauen und den Griechisch-Römisch-Spezialisten könnte jeweils einmal Edelmetall möglich sein, bei den Freistilringern erhoffen wir uns Anschlussleistungen“.

Am Dienstag starten die Frauen und Freistilringer gemeinsam in die Titelkämpfe, der Samstag und Sonntag gehört dann allein den Griechisch-Römisch-Spezialisten.

Di. 01.04.14: Freistil: 65, 97 kg; Frauen: 48, 58 kg
10 – 14 Uhr Qualifikation / Hoffnungsrunden
18:30 – 19 Uhr Eröffnung
19 – 21 Uhr Finals

Mi. 02.04.14: Freistil: 57, 61 kg; Frauen: 53, 60 kg
10 – 14 Uhr Qualifikation / Hoffnungsrunden
18 – 20 Uhr Finals

Do. 03.04.14: Freistil: 74, 125 kg; Frauen: 55, 69 kg
10 – 14 Uhr Qualifikation / Hoffnungsrunden
18 – 20 Uhr Finals

Fr. 04.04.14: Freistil: 70, 86 kg; Frauen: 63, 75 kg
10 – 14 Uhr Qualifikation / Hoffnungsrunden
18 – 20 Uhr Finals

Sa. 05.04.14: griechisch-römischer Stil: 59, 66, 98, 130 kg
10 – 14 Uhr Qualifikation / Hoffnungsrunden
18 – 20 Uhr Finals

So. 06.04.14: griechisch-römischer Stil: 71, 75, 80, 85 kg
10 – 14 Uhr Qualifikation / Hoffnungsrunden
18 – 20 Uhr Finals

EM-Nominierung GR:
59 kg Deniz Menekse (SV Johannis Nürnberg)
66 kg Frank Stäbler (TSV Musberg)
71 kg Matthias Maasch (SV Wacker Burghausen)
75 kg Jan Rotter (SV Triberg)
80 kg Pascal Eisele (SV Fahrenbach)
85 kg Jan Fischer (KSV Köllerbach)
98 kg Felix Radinger (TSV Gailbach)
130 kg Eduard Popp (VfL Neckargartach)

EM-Nominierung Frauen:
48 kg Jaqueline Schellin (TV Mühlacker)
53 kg Laura Mertens (AC Ückerath)
58 kg Luisa Niemesch (SV Weingarten)
63 kg Nadine Weinauge (KSK Furtwangen)
69 kg Aline Focken (KSV Krefeld)
75 kg Maria Selmaier (KSC Motor Jena)

EM-Nominierung FR:
57 kg Manuel Wolfer (RG Hausen Zell)
61 kg Alexander Semisorow (RV Rümmingen)
65 kg Martin Daum (KSV Seeheim)
70 kg Samet Dülger (ASV Nendingen)
74 kg Georg Harth (TKSV Bonn Duisdorf)
86 kg Gabriel Seregelyi (AC Goldbach)
97 kg William Harth (ASV Mainz 88)
125 kg Nick Matuhin (1. Luckenwalder SC)
(Vereinszugehörigkeit nach den DM 2013)