23. September 2021

DM-Gastgeber: der RSV Stendal 07

Der RSV Stendal 07 bietet den Altmärkerinnen und Altmärkern die Chance, das Ringen zu erlernen. In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Entwicklung des Vereins vorstellen.
Das Ringen besitzt in Stendal eine über 60-jährige Tradition. Die Sektion der Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Stendal wird im Dezember 1960 von Bernd Eich gegründet. Zu Beginn verfügte man weder über Räumlichkeiten zum Üben noch über das nötige Equipment. Aber Eich war voller Tatendrang. So baute er mit seinen Unterstützern einen funktionierenden Trainingsbetrieb auf. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Horst Stottmeister lernte die Grundlagen in Stendal. Als Erfolge sind der zweifache Gewinn der Europameisterschaften (1970 und 1975), der dreifache Vize-Weltmeistertitel (1971, 1973 und 1975) und die beiden vierten Plätze bei den Olympischen Spielen (1972 und 1976) zu nennen. Aber auch andere Athleten haben zahlreiche Medaillen ergattert. Nur beispielhaft sind Uwe Heiser, Siegfried Müller, Erich Nehl, Norbert Stern, Jürgen Soisson, Klaus-Dieter Gbur, Lutz Salomon, Andreas Buchhorn, Mario Paulsen, Andreas Rückschlag und Frank Seeger zu nennen.
Nach der politischen Wende gliederten sich die Stendaler Ringer dem ESV Lok Stendal an und wurden eine eigene Abteilung. Die Zügel übernahm Björn Buchhorn. Am 02.05.2007 gründetet sich der RSV Stendal 07. Bei der Gründungsverantstaltung war der neu gewählte siebenköpfige Vorstand unter der Leitung von Björn Buchhorn (Vorsitzender), Rainer Stoll (stellvertretender Vorsitzender) und Christina Rotenburg (Kassenwart) anwesend. Man entschied sich bewusst für den Namen „Ringersportverein“. Das Ringen ist das zentrale Betätigungsfeld – gleichzeitig wollte man jedoch andere Sportarten im Verein nicht ausschließen.
In den nächsten Jahren konnten die Sportlerinnen und Sportler des RSV immer wieder zahlreiche Medaillen bei Kinder- und Jugendturnieren einheimsen. Auch bei Landes- und Mitteldeutschen Meisterschaften präsentierten sich die Athleten aus dem Norden des Landes oft auf dem Podest. Als Beispiele seinen hier Chris Sagner, Kevin Lawrenz, Tony Kulbida, Nancy Schreck, Schamil Suleimanov, Kevin Lucht, Umar Chentiev, Ibragim Tataev, Jonas Berghoff und Karl Schulz aufgeführt.
Im Jahr 2007 wurde der traditionelle Rolandpokal, das eigene Kinder- und Jugendturnier, ausgetragen. Eine Besonderheit gab es dabei: Es fand ein Männermannschaftskampf gegen die Vertretung aus Dessau/Bitterfeld statt.
Zu Beginn des Jahres 2008 bahnte sich ein Höhepunkt an. Der neue Verein trug die Mitteldeutschen Meisterschaften der A- und B-Jugend in beiden Stilarten aus.
Das Jahr 2009 brachte dann wieder Stendaler Teilnehmer zu den Landesmeisterschaften der Männer nach Nebra. Jan Rotenburg erreichte mit unkonventionellen Aktionen den vierten Platz.
Der Rolandpokal 2010 stand ganz im Zeichen der Feiern zum 50-jährigen Bestehen des Ringens in Stendal. Als Höhepunkt begrüßte man zahlreiche Ehrengäste und ehemalige Sportfreunde. Die offenen Mitteldeutschen Meisterschaften der C- und D-Jugend im freien Stil wurden in der Altmark ausgerichtet. Fast 200 Athleten aus acht Bundesländern reisten an. Seit dem 06.10.2010 verfügt der RSV Stendal 07 über einen eigenen Trainingsraum. Das Ringerzentrum befindet sich in der Sporthalle in der Erich-Weinert-Straße.
Kevin Lucht trainierte 2011 mittlerweile an der Hallenser Sportschule. Vorher hat er bei Trainer Thomas Feindt das Ringer-ABC erlernt. Lucht gewinnt sogar internationale Medaillen, z. B. beim Word Sport Festival in Wien oder bei Turnieren in Polen und auf Malta.
Das Jahr 2012 brachte eine besondere Überraschung mit sich. Kevin Lucht holte den ersten gesamtdeutschen Meistertitel bei der DM in Büdesheim nach Stendal. Später rang er sogar für die Deutsche Nationalmannschaft und für den KSV Pausa in der Bundesliga.
In den Jahren 2012 und 2013 zeigten sich die Stendaler Ringer beim Tag der offenen Tür einem breiten Publikum. Die Trainingsgruppen präsentierten im Ringerzentrum ihr Können und luden zum Mitmachen ein. Im Jahr 2013 gab es sogar einen Freundschaftskampf gegen die Männermannschaft vom Magdeburger SV 90.
Im Jahr 2014 wurden die Stendaler mit der Ausrichtung der Mitteldeutschen Meisterschaften der C- und D-Jugend im freien Stil sowie der weiblichen Schüler beauftragt. So machten sich 290 Sportlerinnen und Sportler aus Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf den Weg nach Stendal. Fast 500 Kämpfe mussten ausgetragen werden.
Regelmäßig führen die Stendaler Ringer seit über 25 Jahren Ferienfreizeiten durch. Verschiedene Ziele werden im Sommer angesteuert: Dranske oder Prora auf Rügen, Timmendorf auf der Insel Poel, Wesenberg, Canow oder andere Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte, Rheinsberg, zum Hohennauener See aber auch Havelberg. Manchmal steht das Baden in der Ostsee im Vordergrund, manchmal fahren die Ringer Kanu oder auch mit dem Fahrrad. Im Winter lernen die Mattensportler das Skifahren kennen. Dazu reisen sie für eine Woche ins Riesengebirge in die Tschechische Republik. Sie dürfen das Fahren auf Langlauf-Skiern und Abfahrt ausprobieren.
Jan Rotenburg tritt in der Landesliga Sachsen-Anhalt für den Magdeburger SV 90 an. Durch seine Einsätze konnte das Team aus der Landeshauptstadt u. a. 2014, 2015 und 2016 Meister werden.
Bei den German Masters, die Deutschen Meisterschaften für Männer über 35 Jahre, trugen sich in den letzten Jahren Sportler aus der Altmark in die Turnierlisten ein. So stellten sich Mario Paulsen, Jan Rotenburg, Mario Klitsch und Stev Berghoff der Konkurrenz.
Im Jahr 2017 zeigten die RSV-Sportler ihr Showtalent. Bei einen Premieren-Tag mit Vorstellung neuer Modelle im Autohaus Dehn in Stendal waren sie eine Attraktion. Die offenen Mitteldeutschen Meisterschaften im freien Ringkampf für die C- und D-Jugend fanden im Juni in Stendal statt. Es waren 211 Sportler aus neun Bundesländern dazu angereist.
Die Fassade des Ringerzentrums in der Erich-Weinert-Straße wurde 2018 neugestaltet. Mit der Unterstützung von KinderStärken e. V. konnte eine Projektgruppe um Thomas Schulz die Ideensammlung und Umsetzung organisieren. Im selben Jahr findet das Wrestling Tournament statt. Dies wird dazu genutzt, die 10 mal 10 Meter große neue Matte inklusiver einer Mattendecke nach den neuen Richtlinien des Ringerweltverbandes United World Wrestling in blau-oranger Farbe, einzuweihen.
Der Rolandpokal wurde 2019 wieder ausgerichtet. Zur 20. Auflage des Wettkampfes kamen Sportlerinnen und Sportler aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und ganz Sachsen-Anhalt in die Altmark. Sogar eine Gruppe von Sportfreunden aus Moldawien absolvierte ein Trainingslager in Stendal und zeigte dann ihr Können beim Turnier. Am Ende des Tages konnte der RSV Stendal 07 hervorragende 14 Medaillen und den 3. Platz in der Teamwertung einheimsen. Als Gaststarter für das Landesliga-Team des Magdeburger SV 90 treten Aziz Hassou und Mohammad Reza Nabizade an. Seit diesem Jahr stellen die Altmärker auch Gaststarter für den AC Germania Artern. Sayad-Sajed Hussaini und Abdelhamid Sadeghy verkaufen sich teuer gegen die Konkurrenz und holen auch Punkte für ihr Team. Mit Tim Jacobs und Christoph Krumrey sind zwei weitere Hansestädter in der Landesliga als Kampfrichter aktiv. Krumrey besitzt sogar eine Bundeslizenz und wird in der Bundesliga und bei Deutschen Meisterschaften eingesetzt.
Mittlerweile hat sich in Salzwedel wieder eine Ringerabteilung gegründet. Gemeinsam mit den Sportfreunden aus Stendal finden regelmäßig Gemeinschaftstrainings statt.
Thomas Schulz vom RSV Stendal 07 wurde 2020 zum Präsidenten des Landesringerverbands Sachsen-Anhalt gewählt. Mit seinem Team möchte er viele ambitionierte Ziele umsetzen und versucht die Vereine näher zusammen zu bringen.
Die Deutschen Meisterschaften der A-Jugend im freien Ringkampf werden in der Bürgerparkhalle der Berufsschule ausgetragen. Sie finden vom 27. bis 29. August statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter https://ringen-stendal.de/deutsche-meisterschaften/

                                                                                         Jan Rotenburg (blaues Trikot) ist dem Ringen in Stendal seit über 30 Jahren treu.

Auch die Ferienfreizeiten im Sommer gehören zum Vereinsleben des RSV Stendal 07.

Die Nachwuchsförderung ist für den RSV besonders wichtig. Die Kinder und Jugendlichen gewinnen zahlreiche Medaillen.

Kevin Lucht (rechts) holte 2012 den ersten Deutschen Meistertitel in die Altmark.